Ferrata for Kids – Klettersteig für Kinder

Veröffentlicht: März 27, 2015 in Uncategorized
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Mit Kindern auf einem Eisenweg zu klettern, erfordert viel Übersicht und eine besondere Vorbereitung der begleiteten Erwachsenen. Zusätzlich hilft eine Checkliste, dass aus dem Ausflug in den Fels ein vergnüglicher Tag für alle Beteiligten wird.

Mit Kids auf Eisenwegen unterwegs zu sein, nichts leichter als das, werden sich viele von uns denken. Doch
wer schon einmal eine Klettersteigtour mit Kindern unternommen hat weiß, dass dabei das eine oder andere „Problemchen“ auftauchen kann, denn unsere kleinen Schützlinge verlieren an der Seilzieherei — ähnlich wie beim Essen — sehr schnell die Lust, wenn etwas nicht Ferrata for Kids04ganz nach ihrem Geschmack läuft. Gerade deshalb ist es ratsam, sich im Vorhinein mit ein paar Dingen zu beschäftigen, die den späteren Ablauf des Familienausfluges in der Steilwand reibungslos und insbesondere auch sicher über die Bühne gehen lassen.
Das Kernproblem ist vor allem die richtige Routenauswahl, da Klettersteige fast ausnahmslos für das erwachsene Publikum — also quasi für Riesen — gebaut wurden. Der Begriff „Zwergenfalle“ ist einigen von uns bekannt, man steht auf einer Klammer oder einem guten Absatz und versucht vergeblich die nächste rettende Eisenklammer zu erreichen. Für kleine Kinder und Jugendliche kommt diese „Problempassage“ naturgemäß viel öfter auf Eisenwegen vor. Deshalb sollten verantwortungsbewusste Eltern den Klettersteig vorher selber einmal klettern, um leichter abschätzen zu können, was ihre Kleinen erwartet. Man wählt für die Familientour so oder so keinen Klettersteig von der Stange, gefragt ist vielmehr ein abwechslungsreicher Mix aus Unterhaltung, kurzem Zu- und Abstieg und leichter Ferrata, wenn möglich mit ein paar Actionpassagen (kleinen Brücken oder Seilbrücken) — nur so bleibt die Freude am Klettersteigsport bei den Kleinen bestehen. klettersteige tirol
 
Kletterversuche beim Einstieg
Um festzustellen, ob Kinder überhaupt Gefallen an den am Fels verspannten Drahtseilen finden, lässt man diese am besten im Einstiegsbereich oder an einem Übungsklettersteig (sinnvollerweise mit zusätzlicher Seilsicherung von oben) die ersten Kletterversuche wagen. Wie bei anderen „Kindersportarten“ auch, macht es deutlich mehr Spaß, wenn mehrere Kinder dabei sind, in solch einem Fall ist aber auf die nötige Anzahl an erfahrenen Begleitern zu achten.
Als sehr gut hat sich auch ein Besuch eines Kinder-Kletter- oder Kinder-Klettersteigkurses erwiesen. Kinder werden in diesen Kursen Ferrata for Kids03spielerisch mit Seil und Karabiner vertraut gemacht und lernen die grundlegenden Klettersteigtechniken. Dies ist deshalb wichtig, da die Kids in der Regel mit einem Sicherungsseil bei der Klettersteigtour gesichert werden. Trotzdem ist es wichtig, dass Kinder zusätzlich ein Klettersteig-Set verwenden, den Umgang damit beherrschen sie in der Regel recht schnell und sind zusätzlich stolz, wie die Großen mit den zwei Karabinern hantieren zu dürfen. Die in letzter Zeit sehr modern gewordenen Hochseilparks sind durchaus auch geeignet, spielerisch die Anwendung eines Klettersteig-Sets zu üben und das Kind mit den selbstständigen Bewegungen und der Ausrüstung vertraut zu machen. Der Vorteil ist der un-schwierige Abbruch des Trainings, sollten die lieben Kleinen überfordert sein oder Angst bekommen.
Bei der Ausrüstung gilt dasselbe wie für Erwachsene: Gutes Schuhwerk, das nicht zu weich ist, Gurt, Helm und Klettersteig-Set, wobei beim Klettersteig-Set der „Knackpunkt“ liegt. Viele dieser mit modernen, genähten Bandfalldämpfern ausgestatteten Sets haben ein „Gewichtslimit“ (oft von 45 bis 100 kg). Es gibt nur ganz wenige wirklich kindertaugliche Klettersteig-Sets, die bereits ab 30 kg benutzt werden können. Zusätzlich braucht man ein Sicherungsseil, denn man nimmt die kleinen Schützlinge anfangs in der Regel immer an die „Leine“!
Als Sicherungsseil nehmen wir in der Regel ein 15-20 m langes Halbseil (für schwerere Jugendliche ein Einfachseil), das wir wie beim Klettern an unserem Junior-Seilgefährten befestigen. Geht es gerade hinauf, wird einfach vorausgeklettert und dann nachgesichert. Bei Querungen ist es nicht mehr ganz so einfach und erfordert etwas mehr Erfahrung. Bewährt hat sich auch das Einhängen von zusätzlichen Ferrata for Kids02Expressschlingen und ein kurzer Abstand zu den kleinen Gefährten. Das oft mit Kindern praktizierte gleichzeitige „Gehen am kurzen Seil“ sollte nur von erfahrenen Bergmamas und -papas gemacht werden, da bei unerwarteten Stürzen immer Mitreißgefahr besteht. Auf der sicheren Seite ist man, wenn man an einem Fixpunkt nachsichert.
Die nächste Stufe ist das eigenständige Klettern ohne zusätzliche Seilsicherung in einem für den kleinen Ferratisten gut geeigneten Gelände — hierbei ist man als Aufsichtsperson gefordert wie ein „Haftelmacher“! Der Blick muss ständig beim Kind sein, man muss die Handhabung der beiden — für Kinderhände nicht immer einfach zu bedienenden — Klettersteigkarabiner genau beobachten, diese sollten nach jedem Umhängevorgang immer korrekt verschlossen sein.
Da die Konzentration von Kindern leicht abgelenkt werden kann, hat die begleitende Aufsichtsperson prinzipiell zwei Klettersteiggeher zu überwachen -nämlich das zu beaufsichtigende Kind und sich selbst! Kinder sind sich oft der Gefahren nicht bewusst, die durch die nicht sachgemäße Anwendung des Klettersteig-Sets verursacht werden.
Vor allem die Tourenlänge sollte gut gewählt werden, um den kleinen Einsteigern bei den Anfängen in der „alpinen Eisenwarenhandlung“ nicht gleich die Freude zu nehmen. Will ein kleiner „Klettersteigler“ einmal nicht mehr, sollte man auf jeden Fall die Tour abbrechen. Tut man dies nicht, rufen die Junioren gerne einen Streik  aus, was Stillstand bedeutet und im Extremfall zu Wutausbrüchen mit oft aus der Sicht der Großen unüberlegten Handlungen führt. Besonders gefährlich ist in dieser Situation das mutwillige Aushängen des Klettersteig-Sets. Aus Trotz werden vielleicht die Sicherungsanweisungen der Eltern bewusst nicht befolgt. Die dabei entstehende Lebensgefahr ist den Kindern nicht bewusst und daher auch egal. Man muss sich im Grunde immer seiner Aufsichtspflicht bewusst sein — nimmt man Kinder mit auf eine Klettersteigtour sind das „verschärfte“ Bedingungen, die besondere Aufmerksamkeit, Ruhe und Umsicht erfordern!

Klettersteigtouren für Kids:
Drei Einsteiger-Klettersteige
Es gibt nur wenige Klettersteige für Kids bzw. Einsteiger, einer davon ist im Osten von Österreich, der RudolfDecker-Steig in der Ferrata for Kids01Steinwandklamm im Wienerwald. Dort steigt man entlang eines Baches in eine enge Klamm. Der Klettersteig hat einige Leitern und auch eine schwere Variante für versiertere Kletterkids. Am Ende wartet noch eine dunkle Höhle, die fast jedes Kinderherz höherschlagen lässt und eine gute Motivation für diese Tour darstellt.
Ein echter Kinderklettersteig befindet sich am Fuß des Dachsteins und heißt Kali-Kinderklettersteig. Dort wurde gekonnt eine Steiganlage geschaffen, die man sehr gut mit Kindern nutzen kann. Ein kurzer Zustieg, beginnend an einer alten Mühle entlang eines Baches, ein Klettersteig, der leicht ist — aber auch je nach Können schwerere Varianten hat, und ein Abstieg entlang eines Kinderlehrpfades, auf dem man noch das eine oder andere über die Natur bzw. die Umgebung lernt. Dieser nach dem „Ramsaurier“ Kali benannte Steig wurde sehr gut angenommen, und deshalb hat man im Frühjahr 2009 gleich daneben einen Kala-Jugendklettersteig gebaut.
Das Actionhighlight ist der Wasserfall-Klettersteig bei der Muttekopfhütte oberhalb von Imst. Dort wandert man von der Bergstation auf einem leider etwas abschüssigen Weg (besser Seilsicherung für Kinder) zur Muttekopfhütte. Kurz vor der Hütte befindet sich eine kurze, mittelschwere Steiganlage im Nahbereich eines Wasserfalles — im oberen Teil geht es auf einer Hängebrücke direkt über den Bach. Der Höhepunkt dieser Tour ist sicher die Talfahrt mit dem Alpine Coaster; man braust auf einer Sommerrodelbahn mit
Achterbahnfeeling ins Tal.

n    Tour und Zustieg sollen nicht zu lang sein.
n    Tour sollte der Begleitperson bekannt sein.
n    Ist das Kind überfordert, Tour abbrechen.
n    Nur bei sicherem Wetter die Tour beginnen.
n    3-4 Expressen, HMS und Bandschlingen.
n    Helm, feste Schuhe und Gurt.
n    Anfangs nur mit zusätzlichem Sicherungsseil.
n    Bei Anzeichen von Überforderung umkehren.
n    Immer auf korrekten Karabinerverschluss achten!
n    Rahmenprogramm sollte passen.

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