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Sie ist ein Klassiker. Hier die harten Fakten: 3700 Höhenmeter, 40 Kilometer Strecke, Durchquerung von Hagengebirge und Steinernem Meer, Umrundung von Königssee und Watz-mann. Fünf Übernachtungsmöglichkei-ten auf Hütten oder Winterräumen – unwichtig, denn die Große Reibn ist eine Zwei- bis Dreitage-Tour. Und wer verrückt genug ist, geht sie in einem Tag.
Wer glaubt, jetzt alles zu wissen und weiterblättern zu können – vergessen Sie’s. Die Große Reibn ist eine ganz besondere Skitour: Die Großzügigkeit der Westalpen geht unseren Hausbergen zwar ab, aber einmal haben auch wir eine großartige Landschaft geschenkt bekommen – und waren gescheit genug, sie als Nationalpark Berchtesgadener Alpen unter Schutz zu stellen. Inmitten dieser Großzügigkeit und Großartigkeit ist die Reibn nicht nur eine mögliche Tour, sondern die Durchquerung schlechthin.
Einer der schönsten Momente auf der Großen Reibn ist das langsame Anlaufen der Ski am Schneibsteingipfel. Vom ersten Aufstieg ist einem noch ganz warm. Jetzt kann man gleich ein paar Schwünge in den Hang ziehen. Vor uns liegt eine unendliche Weite. Die sanften Kuppen und Tälchen des Hagengebirges und des Steinernen Meers. Da ein reines Weiß, von der Sonne beschienen, dort ein fein ziselierter Minigrat, drüben ein geheimnisvoller Schattenwurf. Wie die Wellenberge am Meer. Unübersehbar viele, jeder sieht anders aus und doch alle gleich. Am Horizont spitzen Hochkönig und Hundstod hervor, drüben steht der Watzmann. Sie geben eine Ahnung davon, dass alles einmal ein Ende hat, sogar die Unendlichkeit der verschneiten Karstfläche am Hagengebirge und am Steinernen Meer. Für die ersten paar Meter laufen die Ski genau auf dieses Bild zu. Es ist eines der schönsten, die es in den Alpen überhaupt gibt. Man kann schauen und sich hineintragen lassen ins Abenteuer »Große Reibn«.
Die Etappen
Hüttenzustieg: Parkplatz Königssee (Seilbahn) -Jenner-Bergstation – Stahlhaus oder Schneibsteinhaus; 70 bzw. 130 Hm Abfahrt
1. Tag: Stahlhaus/Schneibsteinhaus – Schneibstein – Windscharte – Schlumkopf – Schlum -Jagerbrunntrog – Hennenloch – Niederbrunnsulzen – Kärlingerhaus; 1794 bzw. 1855 Hm Aufstieg, 1895 Hm Abfahrt; Gipfel: Funtenseetauern (plus 1 Std.)
2. Tag: Kärlingerhaus – Hundstodscharte/ Diesbachegg – Hochwies- Kematenschneid – Wimbachgrießhütte – Wimbachbrücke; 957 Hm Aufstieg, 1963 Hm Abfahrt; Gipfel: Seehorn (plus1/2 Std.)
Toureninfos
Beste Zeit: Anfang März bis Ende April
Karten: Alpenvereinskarte 1:25 000, Blatt 10/1 (Steinernes Meer, mit Skirouten) und Blatt 10/2 (Hochkönig/Hagengebirge); Topografische Karte 1:50 000, Sonderblatt Berchtesgadener Alpen
Talort (Autodepot) und Ausgangspunkt: Königsseeparkplatz
Endpunkt: Wimbachbrücke
Vom Endpunkt zum Autodepot: mit Linienbus
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